Hessen Caritas, 13.10.2011

"Wir sprechen mit"

Caritas-Workshop für Heimräte

 

„Wir sprechen mit!“

Caritas-Workshop für Heimräte

Fulda/Limburg/Mainz – 13.10.2011 Rund 150 Kinder und Jugendliche aus den Erziehungshilfeeinrichtungen der 25 katholischen Träger in Hessen haben sich heute zum ersten Mal im Wiesbadener Roncalli-Haus getroffen, um den besonderen Beteiligungsrechte von Heimräten Nachdruck zu verleihen. „Wenn Erziehungshilfe dauerhaft im Interesse der Kinder und Jugendlichen gelingen soll, führt kein Weg an gelebter Beteiligung vorbei“, sagt Melanie Raab, Vorsitzende des Landesheimrates Hessen bei der Veranstaltung, die gemeinsam vom Landesheimrat und der Hessen-Caritas organisiert wurde. Sie weist auch darauf hin, dass in der Ausbildung sozialpädagogischer Berufe und Studiengänge nur unzureichend auf die Beteiligungsarbeit vorbereitet wird.

In Hessen erhalten in Heimen und sonstigen betreuten Wohnformen derzeit rund 4800 junge Menschen Hilfe. Seit 1972 wird in Hessen von den jungen Menschen aus der stationären Erziehungshilfe ein Landesheimrat gewählt. Er versteht sich als Sprachrohr dieser Jugendlichen. Die jungen Menschen und ihre Berater setzen sich engagiert für Rechte und Interessen von Kindern und Jugendlichen in den Einrichtungen ein. Der Heimrat übt somit nach eigenem Verständnis ein demokratisches Wächteramt aus und ist ein wichtiger Bestandteil zur Umsetzung von Kinderrechten in Hessen.

„Oft schlägt mir in der Praxis bei der Beteiligung von Kindern- und Jugendlichen an ihrer eigenen Lebensgestaltung auch heute noch viel Skepsis entgegen. Meine Erfahrung ist aber, dass Jugendliche sehr wohl Verantwortung übernehmen können, wenn wir sie beteiligen und dabei beraten“, sagt Joachim Tschakert, Vorsitzender der Caritas-Landesarbeitsgemeinschaft Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. Darum gebe es auch in allen katholischen Einrichtungen der Erziehungshilfe die Heimräte oder andere Selbstvertretungen der Kinder und Jugendlichen.

Im Alltag der jungen Menschen gibt es viele Themen, wie beispielsweise der Übergang von der Schule in die Berufsausbildung, die Verlängerung der Hilfe über die Volljährigkeit hinaus und die Beteiligungsrechte bei der Ausgestaltung der Hilfe.

Liane Pluto vom Deutschen Jugendinstitut in München erklärte in ihrem an „Jim Knopf und die wilde 13“ angelehnten Vortrag, warum Partizipation von Jugendlichen gelingen kann. Gemeinsam mit Thomas Domnick, dem Vorsitzenden der Hessen-Caritas, ist sich die Forscherin einig, dass es noch viele Bereiche in der Kinder- und Jugendhilfe gebe, die entwicklungsfähig seien. Beispielsweise bei der Hilfeplanung, dem Zugang zu Vertrauenspersonen oder der Beteiligung der Eltern.

Nach Vorträgen und Arbeitsgruppen bildet den kulturelle Abschluss der Film „Alles oder Nixx“ um 17 Uhr in der Wiesbadener „Caligari Filmbühne“.