
Der Caritasverband für die Diözese Fulda e.V. hat im Stadtteil Fulda-Galerie einen neuen Gebäudekomplex offiziell eingeweiht. In der Paul-Klee-Straße 45-51 sind in den vergangenen zwei Jahren zwei Gebäude entstanden, die Wohnraum für Menschen mit Behinderungen, eine öffentliche Stadtteil-Bibliothek sowie sozial geförderte Wohnungen unter einem Dach vereinen.
Das Projekt wurde auf einem Erbbaugrundstück der Stadt Fulda realisiert und ist zugleich Ausdruck der engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen dem Caritasverband und der Stadt. Diese Partnerschaft war eine wichtige Grundlage für die erfolgreiche Umsetzung des Bauvorhabens und unterstreicht das gemeinsame Engagement für die soziale Entwicklung des Stadtteils.
Herzstück des Projekts ist das neue Gebäude der Wohngruppe Klara, das Menschen mit Behinderungen ein modernes und barrierearmes Zuhause bietet. Die Bewohnerinnen und Bewohner leben in Einzelzimmern mit eigenem Bad und nutzen gemeinschaftliche Wohnbereiche. Das Angebot umfasst 14 dauerhafte Wohnplätze sowie ein Gästezimmer für vorübergehende Aufnahmen. Bereits im November 2025 wurde das Haus bezogen. Es ersetzt die bisherige Einrichtung in der St.-Vinzenz-Straße in Fulda-Neuenberg, die aus den 1980er Jahren stammt und nicht mehr den heutigen Standards entspricht.
Die neuen Wohnbereiche erstrecken sich über zwei weitgehend barrierefreie Etagen und sind über einen Aufzug miteinander verbunden. Neben individuell gestaltbaren Zimmern stehen den Bewohnerinnen und Bewohnern großzügige Gemeinschaftsflächen zur Verfügung, darunter ein Wohn- und Essbereich, eine Küche sowie Aufenthaltsbereiche. Das Konzept orientiert sich an einem gemeinschaftlichen Leben in familiärer Atmosphäre, das Selbstständigkeit, gegenseitige Unterstützung und gesellschaftliche Teilhabe fördert. Fachkräfte der Caritas begleiten die Bewohnerinnen und Bewohner im Alltag und unterstützen unter anderem bei der Organisation des täglichen Lebens, bei Mobilitätstrainings sowie durch psychosoziale Beratung.
Grußworte von Caritas-Finanzvorstand Ansgar Erb und Diözesan-Caritasdirektor Dr. Juch
Den ökumenischen Wortgottesdienst und die Einweihung gestalteten Caritas-Aufsichtsratsvorsitzender Prälat Christof Steinert und der evangelische Pfarrer Stefan Bürger. "Gemeinschaftliches Leben stärken, Eigenständigkeit fördern und Teilhabe im Stadtteil ermöglichen - das sind zentrale Ziele, die wir hier verwirklichen", betonte Diözesan-Caritasdirektor Dr. Juch. Die zentrale Lage im Stadtteil Galerie stärkt die Einbindung in das soziale Umfeld und erleichtert die Teilhabe am öffentlichen Leben. "Es ist ein wunderbares Grundstück mit idealer Infrastruktur: In unmittelbarer Nähe befinden sich Grundschule, Kindergarten und Altenpflegeheim - und sogar vis-à-vis ein Friseur", sagte Caritas-Finanzvorstand Ansgar Erb. Grußworte sprachen außerdem Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld und Stadtbaurat Daniel Schreiner, die Landtagsabgeordneten Stefanie Klee und Thomas Hering, die Vorsitzende des Angehörigen- und Betreuerbeirates Wohnen für geistig behinderte Menschen, Annette Bernhard und Architekt Markus Swoboda.
Der zweite Neubau auf dem Gelände ergänzt das Angebot um eine öffentliche Stadtteil-Bibliothek sowie drei sozial geförderte Wohnungen. Die Bibliothek wurde bereits am 1. Februar 2025 bezogen und im Sommer desselben Jahres eröffnet. Die Stadt Fulda hat die rund 107 Quadratmeter große Fläche langfristig angemietet. Über der Bibliothek befinden sich drei Wohnungen mit insgesamt 188 Quadratmetern Wohnfläche, die seit Januar 2025 bezogen sind und mit Wohnberechtigungsschein vermietet werden.
Die Gesamtkosten des Bauprojekts belaufen sich auf rund 3,62 Millionen Euro. Davon entfallen 2,57 Millionen Euro auf das Wohnhaus und 1,045 Millionen Euro auf das Bibliotheksgebäude mit Wohnungen. Die Stadt Fulda unterstützte das Vorhaben mit insgesamt 816.500 Euro, während das Land Hessen weitere 602.500 Euro für das Wohnhaus bereitstellte. Zusätzlich förderte die Aktion Mensch das Projekt mit 200.000 Euro. Rund zwei Millionen Euro trägt die Caritas aus Eigenmitteln.
Mit dem neuen Gebäudekomplex setzt die Caritas gemeinsam mit der Stadt Fulda ein deutliches Zeichen für inklusive Wohnformen, soziale Infrastruktur und die Weiterentwicklung lebenswerter Stadtteile. "Dieses Projekt passt sehr gut zum Jahresmotto ‚Zusammen geht was‘ der Caritas: Hier geht es um das gemeinsame Gestalten des Lebens im Stadtteil", sagte Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld.
Teilnehmer der Einweihungsfeier für den Caritas-Gebäudekomplexes in Fulda-GalerieAnn-Katrin Jehn/ Caritas FD