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Pressemitteilung Berlin

Immer mehr Menschen suchen Hilfe bei Bahnhofsmissionen

Verbände: „Bahnhofsmissionen sind Seismografen gesellschaftlicher Entwicklungen“ – Diesjähriger Tag der Bahnhofsmission unter dem Motto „Menschlichkeit gibt Halt“.

Erschienen am:

17.04.2026

Herausgeber:
Deutscher Caritasverband e. V.
Pressestelle
Reinhardtstraße 13
10117 Berlin
+49 30 284447-42
+49 30 284447-42
pressestelle@(BITTE ENTFERNEN)caritas.de
http://www.caritas.de/presse
  • Beschreibung
Beschreibung

Zum Tag der Bahnhofsmission weisen Caritas und Diakonie auf die wachsende Bedeutung der Hilfseinrichtungen an Bahnhöfen in Deutschland hin. Rund 2,2 Millionen Rat- und Hilfesuchende haben sich im Jahr 2024 an die rund 100 Standorte der Bahnhofsmission in Deutschland gewandt. Etwa 5,2 Millionen Hilfeleistungen haben die ehrenamtlich tätigen Mitarbeitenden der Bahnhofsmission niedrigschwellig und ganz konkret erbracht. Das entspricht einem Anstieg von etwa 40 Prozent in fünf Jahren gegenüber 2019.

Seit 130 Jahren bieten die Bahnhofsmissionen in Deutschland, die ökumenisch getragen werden, eine niedrigschwellige Hilfe für jeden: sofort, gebührenfrei und ohne Anmeldung. Sie unterstützen Reisende beim Umstieg und helfen bei existenziellen Notlagen. Sie wissen Rat, wenn Sprachbarrieren bestehen, und sie vermitteln Bedürftige zu lokalen Beratungsstellen für Wohnungslosigkeit, Sucht, Schuldnerberatung und Hilfen bei Gewalt.

Diakonie-Bundesvorständin Sozialpolitik Elke Ronneberger: "Immer mehr Menschen kommen mit Hilfebedarf in die Bahnhofsmissionen. Zunehmend sind es von Armut betroffene Menschen, Wohnungslose oder Menschen mit psychischen oder Abhängigkeitserkrankungen. Hier finden sie Halt, schnelle Hilfe und Unterstützung, etwas zu essen oder ein zugewandtes Gespräch. Bahnhofsmissionen sind gleichzeitig Anlaufstelle, Zufluchtsort und Rettungsanker. Und ein wichtiger Seismograph: Denn in diesen niedrigschwelligen, unbürokratischen Angeboten lassen sich gesellschaftliche Veränderungen früh feststellen. Die Expertise der Mitarbeitenden hilft, Bedarfe zu erkennen und gezielt Unterstützung zu leisten."

Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa weist auf die besondere Bedeutung von Bahnhöfen hin: "Bahnhöfe sind sozialer Brennpunkt und Zukunftsort zugleich - genau hier setzt die Arbeit der Bahnhofsmission an. Sie zeigt, wie eng Sozial- und Mobilitätspolitik zusammengedacht werden müssen und wie wichtig eine verlässliche soziale Infrastruktur mitten in den Städten und im Alltag ist. Wer auf Bahnhöfe schaut, erkennt diesen Handlungsbedarf unmittelbar. Bahnhofsmissionen sind zentrale Netzwerkpartner im Bahnhofsviertel und spielen eine entscheidende Rolle, um den Bahnhof als Sozial- und Begegnungsraum weiterzuentwickeln.

Immer wieder mussten in den vergangenen Jahren Bahnhofsmissionen aus finanziellen Gründen schließen, zum Beispiel in Bad Hersfeld, Gießen, Darmstadt, Kempten und Oberhausen. Hintergrund ist die schwierige Haushaltslage der Kommunen und sinkende Kirchensteuermittel.

Klaus-Dieter Kottnik, Vorstand Bahnhofsmission Deutschland e.V. "Durch den Abbau sozialer Infrastruktur werden soziale Notlagen weiter verschärft. Was wir hingegen brauchen, ist eine verlässliche Finanzierung und politische Priorität für solche niedrigschwelligen Hilfen im öffentlichen Raum."

Eine tragende Säule der Bahnhofsmissionen bleibt das Ehrenamt: Neben den rund 300 hauptamtlich Tätigen leisten die rund 1.800 freiwillig Engagierten einen großen Teil der Arbeit in den Bahnhofsmissionen. Sie hören zu, begleiten, stabilisieren. Sie geben Halt, wo Systeme oft nicht mehr greifen.

Josef Lüttig, Vorstand Bahnhofsmission Deutschland e.V.: "Bahnhofsmissionen leben vom ehrenamtlichen Engagement. Präsenz, Mobilitätsservice, Essensausgabe - all das gelingt nur, weil wir auf Netzwerke vor Ort zählen können und das großartige Engagement vieler Menschen die Standorte trägt. Bahnhofsmissionen sind Orte der sozialen Teilhabe, die unsere Gesellschaft braucht."

Am morgigen Aktionstag laden Bahnhofsmissionen in der ganzen Republik zum Tag der offenen Tür in ihre Räumlichkeiten ein und geben Einblicke in die Arbeit vor Ort. Beim zentralen Begegnungsevent am Berliner Ostbahnhof berichten Verantwortliche und Ehrenamtliche aus der Praxis. Die dortige Bahnhofsmission war die erste Bahnhofsmission Deutschlands (gegründet 1894) und befindet sich heute in der Trägerschaft von IN VIA Berlin.

Nadine Schröder, Geschäftsführerin IN VIA Berlin: "Die wachsende Nachfrage macht deutlich, dass viele Menschen wieder häufiger in sehr schwierige und belastende Lebenslagen geraten - und das zeigt sich ganz konkret in der täglichen Arbeit in unserer Bahnhofsmission. Unser Auftrag bleibt damals wie heute derselbe: Menschen in akuten, schwierigen Situationen schnell und würdevoll zu unterstützen. Diese Arbeit wird auch in Zukunft unverzichtbar bleiben und braucht dauerhaft gesicherte Strukturen."

CARITAS ÖFFNET TÜREN

Regina Freisberg, Vorsitzende der Hessen-Caritas

CARITAS ÖFFNET TÜREN

Pfarrer Prof. Dr. Tonke Dennebaum, Leiter Kommissariat der Bischöfe im Lande Hessen

Offen sein für andere – Geschlossene Türen öffnen - Caritas und Kirche können aus dem Evangelium heraus einen großen Beitrag leisten, die Menschen zusammen zu bringen.

CARITAS ÖFFNET TÜREN

Stimmen aus der Politik

Die Staatssekretärinnen Katrin Hechler und Dr. Sonja Optendrenk sowie Prof. Dr. Roman Poseck, Minister des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz halten die Türen offen für echte Begegnungen, ein gutes Miteinander, Zusammenhalt und Vielfalt zum Erhalt und Ausbau des sozialen Netzwerkes für alle Menschen in Hessen.

  • Ansprechperson
Mechthild Greten
Mechthild Greten
Pressereferentin
+49 30 284447-385
+49 30 284447-385
mechthild.greten@(BITTE ENTFERNEN)caritas.de

Weitere Informationen zum Thema

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Bahnhofsmission Caritas

Manchmal gerät das Leben aus der Spur. Dann brauchen Menschen Hilfe.

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