Angesichts der Hitzebilanz des Deutschen Wetterdienstes für diesen Sommer fordert der Deutsche Caritasverband eine gezielte Investitionsförderung zur energetischen Sanierung sozialer Einrichtungen. "Deutschland braucht dringend ein eigenständiges Förderprogramm für die Sanierung von sozialen Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege, in denen deutschlandweit Millionen vulnerabler Menschen betreut werden”, fordert der Finanzvorstand des Deutschen Caritasverbands, Dr. Friedrich von Schönfeld heute in Berlin.
Laut einer aktuellen Veröffentlichung des Deutschen Wetterdienstes DWD war der Sommer 2026 mit 22 Tagen mit mindestens 30 Grad und einer Durchschnittstemperatur von 19,6 Grad der zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Mehr als 15.000 Menschen sind an den Folgen dieser Hitze gestorben. "Diese Menschen sind Opfer jahrelang verschleppter Vorsorge und unzureichender Anpassung an die Folgen der Klimakrise”, so von Schönfeld. "Besonders unsere Pflegeeinrichtungen, Altenheime, Kitas und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen sind von Hitze stark betroffen, denn dort betreuen wir Menschen, die sich selbst oft nicht ausreichend schützen können.”
Der Deutsche Caritasverband zeigt sich enttäuscht, dass die Bundesregierung bei ihrer Kabinettsklausur in der vergangenen Woche neue, konkrete Maßnahmen für besseren Hitzeschutz schuldig geblieben ist. Auch beim Treffen der Koalitionsspitzen am vergangenen Freitag in Münster haben die geschäftsführenden Fraktionsvorstände von CDU/CSU und SPD zwar die Bedeutung von Klimaschutz und Klimaanpassung betont, aber konkret lediglich die konsequente Umsetzung des Sonderrahmenplans Naturschutz und Klimaanpassung angekündigt.
"Das wird nicht reichen", so von Schönfeld: "Die Regierung muss vom Reden ins Handeln kommen. Um Menschen in den Pflegeeinrichtungen vor dem Hitzetod zu schützen, genügen die begrenzten im Rahmen des ‘Sonderrahmenplans Naturschutz und Klimaanpassung’ vorgesehenen Mittel bei Weitem nicht. Auch eine Bündelung bestehender Programme oder Verweise auf die Verantwortung von Ländern und Kommunen sind keinesfalls ausreichend.”
Nach Auffassung des Deutschen Caritasverbands muss das Thema energetische Sanierung nicht nur mit Blick auf die Hitzetoten betrachtet werden: So verringert eine bessere Gebäudedämmung auch im Winter den CO₂-Ausstoß und die Heizkosten merklich. Von Schönfeld: "Durch konsequente Sanierungen bei der Freien Wohlfahrtspflege könnten jährlich mindestens 5 Mio. Tonnen CO2 eingespart und der Verbrauch fossiler Energieträger deutlich reduziert werden. Ein solches Förderprogramm wäre also auch ein wesentlicher Beitrag für den Klimaschutz und würde darüber hinaus den Sozialstaat entlasten und die energiepolitische Souveränität Deutschlands stärken. Nicht zuletzt würden neue Aufträge die mittelständische Wirtschaft und insbesondere den Handwerkssektor in ganz Deutschland stimulieren.”
Pressemitteilung
Berlin
Nach Rekordsommer: Caritas fordert Investitionsförderung für Hitzeschutz in Seniorenheimen, Kitas und sozialen Einrichtungen
Erschienen am:
01.09.2026
Herausgeber:
Deutscher Caritasverband e. V.
Pressestelle
Reinhardtstraße 13
10117 Berlin
+49 30 284447-42
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