Borken. Mit dem symbolischen Spatenstich ist der Startschuss für den Neubau einer Außenwohngruppe des Caritasverbandes für die Diözese Fulda e.V. gefallen. In der Dr.-Eckener-Straße im hessischen Borken entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Pfarrheims St. Lioba ein modernes Wohnangebot für Kinder und Jugendliche mit Hilfebedarf. "Wir wollen hier jungen Menschen ein unterstützendes, familiäres Zuhause geben, in dem sie bestmöglich gefördert werden", betonte Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch beim Spatenstich.
Der Caritasverband für die Diözese Fulda e.V. ist Träger vielfältiger Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Das Haus Carl Sonnenschein mit Sitz in Fritzlar bietet ein breit gefächertes Angebot für junge Menschen und ihre Familien. Pädagogische Fachkräfte begleiten und unterstützen Kinder, Jugendliche und Angehörige unabhängig von Konfession, Geschlecht, Nationalität oder sozialem Status.
Mit dem Neubau in Borken setzt der Verband konsequent das Konzept der Sozialraumorientierung um. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche stärker in ihr unmittelbares Lebensumfeld zu integrieren und ihnen ein möglichst selbstbestimmtes Aufwachsen zu ermöglichen. Das neue Gebäude entsteht auf einem rund 1.060 Quadratmeter großen Grundstück und wird über eine Wohnfläche von etwa 380 Quadratmetern verfügen. Geplant sind neun Einzelzimmer sowie großzügige Gemeinschaftsbereiche mit Wohn- und Esszimmer, Küche, ein Hausaufgabenzimmer, Büroräume und ein Zimmer für das Betreuungspersonal. Nach Fertigstellung werden neun Kinder aus dem Haupthaus in Fritzlar in die neue Wohngruppe einziehen.

Das Wohnkonzept orientiert sich am Zusammenleben in einer Großfamilie und bietet den jungen Menschen sowohl Rückzugsräume als auch gemeinschaftliche Erlebnisse. Durch die zentrale Lage in Borken ist eine enge Anbindung an den Sozialraum gewährleistet, wodurch die Lebensqualität und Teilhabechancen der Kinder und Jugendlichen nachhaltig verbessert werden sollen. Auch ökologisch und energetisch entspricht der Neubau modernen Standards. Das Außengelände wird naturnah gestaltet und bietet vielfältige Möglichkeiten für Bewegung, Spiel und Erkundung.
Caritas-Finanzvorstand Ansgar Erb dankte der Stadt, dem Team des Hauses Carl Sonnenschein, der Kirchengemeinde sowie dem Caritas-Aufsichtsratsvorsitzenden Prälat Christof Steinert für die gute Zusammenarbeit. Steinert verwies bei der Segnung des Bauvorhabens auf das Jahresthema der Caritas "Zusammen geht was" und betonte: "Hier werden Liturgie und karitative Dinge verbunden. Es entsteht eine Einrichtung für Kinder und Jugendliche direkt neben der Kirche. Gottes Wirken wird erlebbar."
Auch Pfarrer Peter Göb erinnerte an die Geschichte des Ortes: Im ehemaligen Liobaheim, auf dessen Grundstück nun die neue Wohngruppe entsteht, seien stets alle Generationen zusammengekommen. Er freue sich, dass hier nun wieder ein Ort der Gemeinschaft wachse. Borkens Bürgermeister Marcel Pritsch betonte, dass die Kinder und Jugendlichen aus der neuen Wohngruppe eine Anbindung an die Stadtgesellschaft erfahren können, auch in Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen. Dieses Miteinander sei besonders wichtig.
Die Gesamtkosten des Bauprojekts belaufen sich auf rund 1,58 Millionen Euro. Davon trägt der Caritasverband 750.000 Euro aus Eigenmitteln, weitere 825.000 Euro werden über ein Darlehen finanziert. Der Baubeginn erfolgt in den kommenden Wochen, die Bauzeit beträgt voraussichtlich etwa 15 Monate. Der Abbruch des ehemaligen Pfarrheims wurde bereits im Jahr 2025 abgeschlossen.
Freuten sich beim Spatenstich über das gute Miteinander für das neue Projekt (von links): Bauunternehmer Klaus Fink, Vorsitzender der Mitarbeitervertretung Marvin Schmoll, Einrichtungsleiter Andreas Mardorf, Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch, Architekt Markus Swoboda, Finanzvorstand Ansgar Erb, Bürgermeister Marcel Pritsch, Aufsichtsratsvorsitzender Prälat Christof Steinert, Pfarrer Peter Göb und Verwaltungsratsmitglied der Kirchengemeinde Thomas Weis. Ann-Katrin Jehn/ Caritas FD